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Künstliche Befruchtung - Was ist die Präimplantationsdiagnostik (PID) ?

Entscheidet der Kinderwunsch zwischen Leben und Tod? Was hat die künstliche Befruchtung mit der Präimplantationsdiagnostik (PID) zu tun? Ein nahes Ziel ist Belgien, wo die PID gesetzlich nicht reglementiert ist.
Ca. 1,5 Millionen Paare sind in Deutschland ungewollt kinderlos.

Die ersehnte Schwangerschaft bleibt aus, obwohl Mann und Frau jung, „im Besten Alter“ sind.

Viele Paare lassen nichts unversucht um die Ursache zu finden und kommen so, häufig als letzter Ausweg zur künstlichen Befruchtung.

Die Reproduktionsindustrie, wie Kliniken, Ärzte und die Pharmaindustrie rund um die künstliche Befruchtung genannt wird, ist eine Branche, die Leben spenden kann, aber manchmal nimmt sie es.

Das geschieht, wenn Ärzte mehr Embryonen züchten als für die künstliche Befruchtung einer Frau benötigt werden. Damit entscheiden sie über Leben und Tod der ungeborenen Kinder.

Der Fall der Präimplantationsdiagnostik

Das ist der Fall bei der Präimplantationsdiagnostik, kurz PID. Sie wird in Deutschland emotional stark diskutiert.

Die Industrie muss sich heiklen Fragen stellen  etwa, ob ein, nur Bruchteile eines Millimeters grosser Zellklumpen, nicht die gleichen Rechte hat, wie ein ausgewachsener Mensch?

Wie stark darf der Mensch in einen natürlichen Prozess eingreifen. Dürfen wirtschaftliche Interessen dabei eine Rolle spielen?

Die Antworten sind nicht nur von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich, sondern auch von Land zu Land und sagen viel über die jeweilige Gesellschaft aus.

Entschieden wird auch über das Fortkommen einer Industrie rund um das ungeborene Leben.

Weltmarktführer in Sachen Bioethik und Biotechnologie

US-Wissenschaftler bezeichnen Deutschland als Weltmarktführer in Sachen Bioethik, in der Biotechnologie sind es die USA.

In Deutschland werden die Grenzen dieser Industrie sehr eng gesteckt.

Ab der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle, gelten dort die zentralen Menschenrechte des Grundgesetzes wie der Schutz der Menschenwürde und der Persönlichkeitsentaltung.

Dadurch ist in Deutschland die Eizellspende und die Leihmutterschaft de facto verboten.

Die Präimplantationsdiagnostik (PID) ist unklar.

Ob die PID in Deutschland für schwere, genetisch bedingte Krankheiten zugelassen werden soll, wird derzeit diskutiert.

In den USA wird dies von Mediziner deutlich grosszügiger gehandhabt. Hier gehört bereits die Auswahl des Geschlechts per Präimplantationsdiagnostik zum Standardrepertoire vieler US-Kliniken.

Es ist ein Grund, warum Kunden aus aller Welt für die künstliche Befruchtung nach den USA reisen.

Ein Klinichef in Los Angeles wirbt beispielsweise damit, per PID mit 99prozentiger Sicherheit das gewünschte Geschlecht zu liefern. Kostenpunkt inklusive der künstlichen Befruchtung der Frau: 18.490 Dollar.

Vor zwei Jahren warb die Klinik auch damit, dass die Kunden, die Farbe von Haaren und Augen frei bestimmen könnten.

Interessenten standen zwar Schlange, doch durch eine öffentliche Empörung wurde das Angebot wieder zurückgezogen „auf später“.

Wo beginnt der Missbrauch der Präimplantationsdiagnostik und der künstlichen Befruchtung?

Angesichts solcher Praktiken werden die Gegener der Präimplantationsdiagnostik verstärkt, befürchtet man doch, dass es Eltern und Ärzten erlaubt, eine Selektion vorzunehmen.

Künstlich gezeugt Embryonen werden vor der Einführung in den Mutterleib auf Erbkrankheiten untersucht, werden die Ärzte fündig, wird der Embryo „verworfen“, wie es im Fachjargon heisst.

Andere bezeichnen dies als Töten. Befürworter der PID sehen darin jedoch , dass Kindern viel Leid erspart wird und Eltern eine Belastung vermieden wird.

Reisen Deutsche Paare ins Ausland?

Wer anderer Auffassung wie der deutsche Gesetzgeber ist, reist derzeit ins Ausland.

Ein nahes Ziel ist Belgien, wo die PID gesetzlich nicht reglementiert ist.

Paare, die beispielsweise eine Leihmutter oder eine Eizellspenderin suchen, weichen heute in andere Länder aus. Ca. 5000 Paare sollen es pro Jahr sein.